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Informationen zu
Hasankeys, GAP und dem Ilisu-Staudamm, Zeitungsartikel,
Bilder, Aufrufe etc. zum Downloaden (371kb Zip).
GAP-
ALS AUFSTANDSBEKÄMPFUNG
Mit dem
"Masterplan" wurde auch zum ersten Mal für
kurdisches Gebiet eine ausführliche Datenbank über
soziale, politische und religiöse Strukturen angelegt.
Dadurch wird auch eine andere Stoßrichtung des
"GAP- Projekts" deutlich; denn mit dem
umfangreichen Material kann die immer mehr in die Enge
getriebene türkische Regierung bzw. Regime "Low
Intensity Warfare"- Strategien entwickeln, einen
Kampf gegen die Menschen und gegen die kurdische
Befreiungsbewegung, mit ökonomischen und sozialen
Maßnahmen führen. Hauptinteresse dürfte auf der
Loyalität der Bevölkerung gegenüber der türkischen
Kolonialmacht liegen. Mit anderen Worten ausgedrückt :
Welche Bevölkerungsteile sind als abtrünnig zu
bezeichnen, weil sie mit der PKK sympathisieren oder sie
unterstützen?
Das "GAP-
Projekt" bietet aus der Sicht der türkischen
Kolonialmacht und der imperialistischen Mächte in Europa
und den USA hervorragende Möglichkeiten durch eine
radikale soziale Umwälzung, den Befreiungskampf den
Boden zu entziehen, um Kurdistan bzw. die kurdischen
Gebiete nach ihren Interessen zu "befrieden".
Mit GAP, d.h. mit einer
exportorientierten Agrarpolitik, Energiepolitik (Ziel
soll dabei auch sein, dass der Kaukasus und Teile der
zentralasiatischen Republiken mit Strom beliefert werden)
und der Ansiedlung komplexer Industriezentren, die
miteinander verbunden werden sollen, beabsichtigt die
Türkei, die militärische Besatzung mit
"friedlichen", also mit entwicklungspolitischen
Mitteln fortzusetzen und die Integration Kurdistans bzw.
der kurdischen Gebiete in die Türkei zu festigen.
Jahrzehntelang hat sie eine Strategie der
wirtschaftlichen und sozialen Unterentwicklung verfolgt.
Soziale, politische und kulturelle Rechte hat sie den
Kurden verwehrt. Nun soll das kurdische Land zum
"Brotkorb" für den Nahen Osten werden.
Die Türkei, die in
sozialer Hinsicht auf der Stufe eines Entwicklungslandes
steht, in wirtschaftlicher Hinsicht zu den
Schwellenländern gehört, versucht durch den Aufbau
einer exportfähigen Agrarindustrie und anderer
Industriezweige, zu einer Industrienation aufzusteigen.
Der so forcierte Anschluß an die Konkurrenzbedingungen
des Weltmarktes soll ihr dabei endlich den lang ersehnten
Anschluß an die Europäische Union (EU) ermöglichen.
Neben dem "GAP-
Projekt" verfolgt die Türkei noch ein zweites,
nicht weniger ehrgeiziges Großprojekt. Mit Hilfe eines
Pipelinenetzes beabsichtigt sie, die Wasserversorgung der
gesamten arabischen Halbinsel unter ihre Regie/Kontrolle
zu bringen. Die stark anwachsende Wasserverknappung
führt den zu den wasserärmsten Regionen gehörenden
Nahen Osten an den Rand einer Katastrophe. Bereits für
die Jahrtausendwende prognostizierten Wasserexperten
kriegerische Auseinandersetzungen um den Rohstoff
"Wasser". Da die Türkei am
"Wasserhahn" der beiden Flüsse Euphrat und
Tigris sitzt, darüber hinaus auch noch über andere
Wasserressourcen verfügt, versucht sie sich zum
Mißfallen ihrer arabischen Nachbarn, wie Syrien und der
Irak, zu einer regionalen Wassersupermacht
aufzuschwingen.
Nicht vergessen werden
darf, dass der Projektbereich in Nordwest-Kurdistan
liegt. Mit Hilfe der geplanten sozio-ökonomischen
Entwicklung soll der kurdischen Befreiungsbewegung die
Basis entzogen werden. Denn diese ist bzw. sind der
Störfaktor. Die Attacken der kurdischen Guerilla
gefährdeten hauptsächlich in den Jahren 1984 bis 1992
das Projekt, vor allem dessen östlichen Teil. Die
kurdische Bewegung hat das "GAP- Projekt" noch
nicht zu einem Punkt der Auseinandersetzung gemacht,
obwohl es in ihren Augen eigentlich als das
Kolonialprojekt par excellance gelten muß.
In den 60er Jahren
plante das portugisische Kolonialregime in Mozambique den
Cabora- Bassa Damm. Mit Hilfe dieses Vorhabens versuchte
ein NATO-Land, durch einen Staudamm seine Herrschaft zu
festigen; die europäischen Partner hofften auf
größeren Einfluß in den afrikanischen Ländern. Die
damalige Befreiungsbewegung Fremilo rief zu einem
internationalen Boykott gegen den "Damm des
Kolonialismus" auf. Durch die Proteste der Fremilio,
unterstützt durch demokratische, linke,
antiimperialistische und auch kirchliche Kreise,
verurteilte die UNO 1969 das Verhalten Portugals. Das
Verhalten dieser Kolonialmacht ähnelt dem der Türkei,
ohne dass sich Widerstand regt... .
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